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Thema: Was passiert nach 30 Jahren?

  1. #1
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    Standard Was passiert nach 30 Jahren?

    Hallöchen,

    mich würde einmal interessieren, was passiert, wenn ein Schuldner innerhalb der 30 Jahre nicht zahlen konnte. Wird dann der Titel automatisch bei der Schufa gelöscht oder hängen die dann noch mal 3 Jahre dran?

    Und was ist, wenn ein Gläubiger kurz vor Ablauf der 30 Jahre eine EV verlangt? Hängt diese dann dem Schuldner auch noch 3 Jahre hinterher, auch wenn der Titel längst verjährt ist?

    Mich interessiert das im allgemeinen, denn ich möchte nicht wissen, wieviele Schuldner tatsächlich 30 Jahre lang nicht in der Lage sind ihre Schulden zu bezahlen, zumal wenn die Zinsen diese Menschen fast überrollen, so kommen ja viele erst gar nicht aus der Schuldenfalle heraus.

    liebe Grüße

    Susanna

  2. #2
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    Standard

    Der Titel verliert nach 30 Jahren nicht seine Gültigkeit....

    mit jeder Vollstreckungsmaßnahme beginnt die Verjährung von neuem.

    also nix mit darauf ausruhen und die Jahre absitzen
    Strandy


    Irren ist menschlich.
    Aber wenn man richtig Mist bauen will, braucht man einen Computer.
    (Dan Rather, CBS-Fernsehreporter.)

  3. #3
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    Standard Seit wann das denn?

    Hallo,

    1. von einem drauf ausruhen habe ich nichts geschrieben, sondern eher davon, dass es sicherlich viele gibt, die alleine an den hohen Zinsen zu ersticken drohen und deshalb nicht runter kommen vom Schuldenberg.

    2. Ich habe noch einmal ein wenig recherchiert und festgestellt, ein Vollstreckungstitel verjährt nach 30 Jahren und kann demzufolge nach Ablauf dieser Zeit nicht mehr vollstreckt werden. Es ist doch normal, dass Gläubiger versuchen währenddessen weiter zu vollstrecken, also würde so ein Titel ja dann lebenslang gelten wenn der Schuldner nie so viel Geld hat um das alles zu bezahlen. Warum erwähnt man diese 30 Jahre?
    Es geht dabei eher um die Zinsen, die verjähren glaube ich nach 3 Jahren und deshalb sehen einige Gläubiger zu, dass sie spätestens alle 3 Jahre versuchen zu vollstrecken oder aber sie beantragen eine EV.

    Also etwas anderes konnte ich leider nicht finden, sonst wäre die Frist von 30 Jahren ja unnütz. Ich kann mir auch kaum vorstellen das es einen Gläubiger gibt, der es nur 1 mal versucht zu vollstrecken.

    Mir ging es nur darum. Was passiert mit den Schuldnern, die dank der horrenden Zinsen nie von ihrem Schuldenberg herunterkommen nach 30 Jahren? Wird dann der Titel sofort gelöscht oder steht er dann noch weiterhin in der Schufa.

    Gruß

    Susanna

  4. #4
    Tina Gast

    Standard

    Susanna, Strandy hat recht. De facto gilt der Titel lebenslang... Das mit der Zinsverjährung hat nichts mit der EV zu tun, das eine bestimmt sich nach BGB, das andere nach ZPO. Ich denke, es ist Zufall, dass beides zur Zeit derselben Zeitspanne unterliegt.

    Der Titel wird, solange er noch nicht erledigt ist, in der Schufa verbleiben, da wie gesagt, mit jedem Pfändungsversuch, der auch nicht in der Schufa erscheint, die 30 Jahre von vorne losgehen. Ein Titel, der gegen einen 18-jährigen erwirkt wurde, kann auch noch gegen den 100 Jahre alten Menschen, bei entsprechender Vollstreckung zwischendurch, 82 Jahre später vollstreckt werden...

    Die Zinsen dürften nicht das größte Problem sein, eher die immer weiter ansteigenden Kosten, die mit jeder Vollstreckungshandlung ansteigen und nicht der Verjährung unterliegen...

  5. #5
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    Standard

    Generell unterliegen alle Angaben an die Schufe den Löschungsfristen.

    Ein Titel bleibt auch keine 30 Jahre dort drin, sofern ein solcher gemeldet wurde wird dieser nach 3. bzw. 5 Jahren gelöscht.
    Der GL könnte erneut meldung an schufa machen damit der wieder eingetragen wird.

    mal bei Schufa die Löschfristen nachschauen.

    Das mit dem aussitzen war nicht persönlich gemeint sonder eher allgemein gehalten, da es nix bringen würde.
    Strandy


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  6. #6
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    Standard

    Eine rein theoretische Frage.

    Die Schufa speichert in aller Regel alles 3 Jahre nach dieser Zeit wird wenn keine neue Information fließ alles gelöscht.

    Die Schufa erfährt meist nichts von der Erledigung eines Vorganges deshalb tritt eine automatische Löschung ein.

    Die Gläubiger verfolgen meist nicht länger als etwa 7 Jahre ihre titulierten Forderungen erst Recht nicht wenn mindestens eine wiederholungs EV vor liegt.

    Grundsätzlich liegt es an jedem Gläubiger wie er mit seiner titulierten Forderung umgeht.

    Wenn ein Gläubiger kurz vor Ablauf der 30 Jahre erneut vollstreckt oder sonst wie Zwangsmaßnahmen ergreift läuft die Frist von Neuen.

    Also wieder 30 Jahre.

    Bei der Schufa ist das dann ein neuer Eintrag mit der entsprechenden Löschungsfrist ( 3 Jahr)

    Ob und dass es solche Fälle gibt ( weitere 30 Jahre) weiß sicher kaum jemand.

    Rein theoretisch kann so lange verlängert werden bis der Schuldner verstorben ist und die Erben nicht mehr in Anspruch genommen werden können.

    Aber all das hat nichts mit der Schufa zu tun.

    Die registriert nur und löscht automatisch nach vorgegebenen Löschungsfristen.

    Immer abhängig von der letzten Meldung durch einen Gläubiger oder ein Gericht.
    Geändert von Felsenbirne (02.01.2006 um 15:15 Uhr)

  7. #7
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    Standard Wieder was dazu gelernt

    Hallo und vielen Dank für Eure Antworten.

    Nein, ich hatte es auch nicht persönlich gemeint, zumal meine Frage auch eher allgemein gestellt worden war.

    Also wäre diese Frist von 30 Jahren irgendwo irreführend zumal ja wohl meistens auch Anwälte damit drohen, dass sie mit diesem Titel eben 30 Jahre lang vollstrecken können, es sollte dann wohl eher heißen, sie können lebenslang vollstrecken.

    Also kann man für jeden Schuldner nur hoffen, dass er noch in den Genuss des Insoverfahrens kommen kann und dass er nicht, wenn er mittellos ist, die Kosten vorstrecken muss. Denn sonst wäre er wirklich arm dran, sein Leben lang.

    Gruß

    Susanna

  8. #8
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    Standard Nachtrag

    es gelten dann aber auch fruchtlose Zwangsvollstreckungen oder? Also jedesmal, wenn ein GV bei einem Schuldner klingelt, beginnt die Verjährungsfrist von neuem an zu laufen.

    Ich habe gehört, dass es in der Tat Anwälte gibt, die machen das so, besonders wenn sie von großen Banken und Konzernen beauftragt worden sind.
    Stellt sich nur die Frage, Wucher ist doch nicht erlaubt, wenn bspw. ein Schuldner im Jahre 2001 noch 2.000 DM bezahlen musste, so kann nicht plötzlich im Jahre 2004 4.000 Euro dabei herauskommen, oder? So ist es bspw. einem Bekannten ergangen, der Schulden von seiner Exfrau zahlen muss. Dieser wird auch nicht in Ruhe gelassen. Vielleicht aber auch deshalb, weil er schon viel bezahlt hat, da denken die wahrscheinlich, das kann er immer so weitermachen. Jetzt hat er bei einer Schuldnerberatung angerufen, leider war nur der AB dran, er hat aber um Rückruf gebeten. Hoffentlich muss er nicht zu lange auf einen Termin warten, damit sich mal jemand anderes diese Sachen ansieht, normal sieht mir das jedenfalls nicht aus.

    Aber wenn es Wucher wäre, müssten die das doch korrigieren oder nicht?

    Hilft denn dabei auch eine Schuldnerberatung? Es wirkt doch meiner Meinung nach immer anders, wenn man zeigt, dass man sich Hilfe gesucht hat.

    Gruß

    Susanna

  9. #9
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    Standard

    Zitat Zitat von Susanna
    Also kann man für jeden Schuldner nur hoffen, dass er noch in den Genuss des Insoverfahrens kommen kann und dass er nicht, wenn er mittellos ist, die Kosten vorstrecken muss. Denn sonst wäre er wirklich arm dran, sein Leben lang.
    Oder der Gläubiger keine Lust an der Verfolgung hat weil auch das richtig Geld kostet.

    Ich habe eine ganze Reihe von Titel mit Summen von sicher mehr als 1 Mio Euro.

    Aber mir käme nicht in den Sinn auch nur noch einen Cent zu investieren.

    Also liegen die Titel in der Schublade und die Schuldner haben nichts zu befürchten.

    Umgekehr gibt es 3 Gläubiger die vollstreckbare Titel gegen mich haben die sich seit mindestens 20 Jahren nicht mehr gemeldet haben.

    Meine Schufa ist seit mehr als 15 Jahren blütenrein.

    Ob die Gläubiger noch leben oder sonst wer die Rechte besitzt ist mir nicht bekannt.

    Also das mit den lebenslangen Schulden oder 30 Jahren ist nur eine theoretischer Zeit, den es geben kann, aber nicht die Regel ist.

    Angst machen kann man natürlich damit. Aber nicht mehr.

  10. #10
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    Standard Die Lust des Gläubigers zu vollstrecken

    hm, das liegt sicherlich auch mit daran, handelt es sich um eine Privatperson oder um eine Bank wie bei meinem Bekannten. Das ist aber wiederum so ein Fall den ich in einem anderen Thread meinte. Der Bekannte muss hohe Schulden begleichen obwohl er diese nicht selbst verursacht hatte. Und aus diesem Grunde bekommt er wenn er Pech hat und aus seiner jetzigen Wohnung ausziehen muss, weil die Miete zu hoch wird, womöglich keinen neuen Mietvertrag, weil ja Vermieter neuerdings die Schufa anfordern.

    So gerät heutzutage ein Schuldner, unabhängig davon ob er schuld ist oder eben nur zu vertrauensselig oder was weiß ich war, in einen Teufelskreis aus dem es kein entrinnen mehr gibt.

    Also bei der Bank könnte ich es mir wirklich vorstellen, dass es die es bis zum letzen versuchen, zahlen die doch so gesehen aus der Portokasse, auch wenn es mehrstellige Summen sind.

    Natürlich wäre es im Laufe der Zeit anzunehmen, dass der eine oder andere ehemalige SB in Rente geht oder gar stirbt, aber es wird immer ein neuer kommen, der dann das Ganze immer wieder aufgreift.

    Würde mich nur mal interessieren, ob es auch etwas kostet, jedes Mal einen neuen Schufaeintrag machen zu lassen. Wahrscheinlich nicht.

    Gruß

    Susanna

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