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Thema: Neu, mit ein paar Fragen (viel zu langer Text)

  1. #1
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    Standard Neu, mit ein paar Fragen (viel zu langer Text)

    Erstmal möchte ich euch alle recht herzlich grüßen und euch sagen wie froh ich bin euch gefunden zu haben.

    Ich lese schon eine Weile still hier mit und habe mich nun entschlossen euch an meiner Geschichte teilhaben zu lassen. Auch in der Hoffnung, den einen oder anderen Tipp zu bekommen.

    Bis zum Herbst letzten Jahres war meine Welt noch in Ordnung. Ich hatte ein Haus, eine Ehefrau, zwei Autos und einen Job. Alles, bis auf die Frau, nichts besonderes. Das Haus ist alt und es gibt immer irgendetwas zu „basteln“ daran und die Autos sind auch nur zusammen 4000 wert. Doch wen juckt das, wenn man sonst zufrieden ist. Sicher, meine Frau jammerte ab und an, hielt aber alles am laufen.

    Ihr merkt schon, dass ich einer von den Männern bin, der sich nicht um die Geldangelegenheiten kümmerte und alles die Frau regeln ließ. Sicher wusste ich das wir Kredite hatten und das mein Girokonto am Limit ist. Und sicher habe ich die Kreditverträge auch unterschrieben. Und dies obwohl mich persönlich keine Bank kannte. Ja, meine Frau hat schön alles mit nach Hause gebracht und ich habe es dann im Wohnzimmer unterschreiben können. Ich habe mir keinen Kopf gemacht und war glücklich mit meinem (nicht lachen) Taschengeld, der Gartenarbeit und den „Bastelarbeiten“ am Haus. Über unsere be…scheidene finanzielle Situation hat sie nie geredet. Und das obwohl wir uns super verstanden.

    Dann kam dieser schwarze Montag, der mein Leben total verändert hat. Wir hatten Urlaub und ich lag noch gemütlich im Bett, als ich einen kurzen Schmerzenschrei meiner Frau hörte. Ich rannte gleich in das Wohnzimmer und fand sie verkrampft auf dem Boden liegen. Der verständigte Notarzt traf, nebst Krankenwagen, zügig ein und wollte sie natürlich in das Krankenhaus abtransportieren. Ich höre sie heute noch, wie sie auf der Trage liegend immer wieder sagte, dass dies nicht gehen würde …. Sie müsse doch auf die Bank …

    Als ich abends wieder in unserem Haus eintraf, lief ich unruhig durch die Zimmer. Um die Zeit doch ein wenig sinnvoll zu gestalten, suchte ich ihre Tablette und ging das erste mal seit wir zusammen waren an ihre Handtasche. Was Frauen so alles in ihren Taschen rumschleppen hatte man ja schon gehört. Meine hatte sogar ein halbes Büro dabei. So viel mir nebst einigen Mahnungen auch ein Schreiben unsere Bank in die Hände in der uns mitgeteilt wurde, dass unser Kredit für das Haus gekündigt sei und eine Zwangsversteigerung anstehe. Des Weiteren war ein Termin für diesen Montag angesetzt, an dem wir beide zur Besprechung der Lage erscheinen sollten. Nun verstand ich ihre panischen Worte am Morgen bezüglich der Bank.

    Die Nacht verbrachte ich damit Papiere zu sichten um mir einen Überblick über unsere Situation zu verschaffen und mit den Sorgen um meine Frau. Ich stellte fest, dass wohl die letzten drei größeren Reparaturen am Haus die Ursache für das Finanzchaos gewesen sein musste und das wir, wenn wir den Gürtel ein wenig enger schnallen schon Ende 2010 wieder Licht sehen würden. Aber Hauptsache, sie wird wieder ….


    Nun mal in Zahlen:

    Verdienst zusammen: knapp über. 3400,--
    Haus -800,-- Rest ca. 143.000,-- (Ich frage mich wo da die Tilgung geblieben ist. Bin da noch dran)
    Kredit A -645,-- Laufzeit noch bis 2015 ca. 43.000,-- (Jungendsünden aus erster Ehe von uns beiden, Auto usw)
    Kredit B -405,-- Laufzeit noch bis Dez. 2010 ca. 3645,--

    Dann fand ich noch ein Schreiben von einem Rechtsanwalt bei dem sie eine Teilzahlungsvereinbarung eingegangen ist. Da wurde aus 456,-- Zahnarztkosten eine Summe von über 16xx,-- Euro. Vereinbart wurde eine Ratensumme von 150,--

    Weiter ging es mit einem Kredit, den Sie mit einer Freundin aufgenommen hatte (vor unserer Hochzeit) und von dem ich nichts wusste. Rate 169,--

    Und dann noch die Nebenkosten, Versicherungen, Telekom usw. ca. 400,-- Benzin 260,-- (Arbeitsstelle von mir ist weiter weg)

    Bleiben ca. 620,-- Euro (Eng, aber machbar … vor allem da im Dez. die 405, -- wegfallen, die 150,-- vom Rechtsanwalt und Mitte 2011 auch der Kredit von ihr und ihrer Freundin fertig ist.



    Am nächsten Tag rief ich zuerst bei der Bank (Haus) an und erklärte die Situation. Wir einigten uns auf die oben angegebenen 800,-- Euro. Die anderen Mahnungen, die ich am Vorabend fand, waren doch schon alle bezahlt und ich konnte in der Richtung aufatmen.

    Ich hatte noch die Gelegenheit ihr dies alles zwei Tage später, in einem lichten Moment, mitzuteilen und ich glaube in ihren Augen eine Erleichterung gelesen zu haben und das strahlen in ihrem Gesicht ….

    Sie kam nicht mehr heim …

    Wahnsinn, was in so einer Zeit alles von einem verlangt wird. Man muss sich um so viel kümmern obwohl man (ich) fast nicht in der Lage dazu ist. Beerdigung, Ämter usw.usw. Ich muss zugeben … mir war es egal, dass die Beerdigung unseren (meinen) finanziellen Rahmen nun endgültig sprengen würde, schlug sie doch mit 1850,-- zu Buche. Auch sollte das Grab, ihre letzte Ruhestätte, einen angemessenen Grabstein bekommen. Wer schon mal auf dem Friedhof ein Grab gesehen hat auf dem nichts steht, außer dieses Holzkreuz wird dies verstehen. Ich wusste schon wenn ich dies nicht jetzt erledigte, würde ich das später nicht mehr leisten können. Also wurde ein Auto verkauft, ein wenig Geld hinzugelegt und ich konnte das Grab anlegen lassen.

    Dazu eine Frage … Ist das schon Verschwendung von Vermögen ?

    Ein Termin mit der Schuldnerberatung wurde vereinbart. Dieser soll allerdings erst im April dieses Jahr zustande kommen. Dann geschah etwas seltsames … der Arbeitgeber meiner Frau zahlte ein Monatliches Sterbegeld/Pension mit Abrechnung, versteuert, mit Auszahlung in fast der Höhe wie meine Frau ehemals verdiente. Dies ohne irgendwelche Anträge meinerseits. Der Betriebsrat hat das wohl in die Wege geleitet und ich habe nur eine Steuerkarte und meine Bankverbindung angegeben. Ich suchte in ihren Unterlagen, fand aber nichts über Betriebsrente oder einer Versicherung die dies erklären könnte. Also reagierte ich nicht und zahlte meine Verpflichtungen weiter. Nun wurde diesen Monat (März) die Zahlung eingestellt. Es war wohl ein „derber“ Abrechnungsfehler. Ich denke, sie wollen nun bestimmt das Geld wiederhaben. Schriftverkehr in der Richtung steht noch aus.

    Dazu die Frage … In wie weit bin ich hier Schuld ? Müssen die sich jetzt in die Reihe meiner Gläubiger einreihen ? Können sie mich wegen irgendeiner Straftat langen ? Ich habe aus meiner Sicht aus gutem Glauben die Annahme des Geldes nicht verweigert.

    Letzter Punkt. Manch einer wird es nachvollziehen können, dass ich in unserem gemeinsamen Bett nicht mehr schlafen konnte. Also habe ich das komplette Zimmer zerlegt, ihre Kleider (bis auf ein paar Erinnerungsstücke) abgegeben und alles weggeworfen. Da unsere Möbel sowieso in die Jahre gekommen sind und ich nicht wusste wie eine Zwangsversteigerung des Hauses von statten geht, habe ich dies auch mit dem Wohnzimmer so gemacht. Bücher, Gläser, Topf und Tasse … alles entsorgt, bis auf ein Minimum an brauchbaren Dingen. Schmuck gab es bis auf ein paar Teile, die sie ständig trug, nicht. Da mitten im Winter das Heizöl ausging zog ich erst in unser kleinstes Zimmer und letztendlich zu einem Arbeitskollegen. Hier zahle ich 200,-- Euro und habe Gesellschaft und Ablenkung. Er freut sich über die 200,-- und ich spare 60,-- Spritkosten. Also … bis auf zwei Schränke (einer davon in der Garage), ein Einzelbett, eine Kommode, ein Notebook, TV, Stereoanlage und ein paar Erinnerungsstücken, sowie ein paar Bücher, habe ich nichts mehr. In der Garage sind noch ein paar Kartons mit Geschirr und so weiter. Gemeldet bin ich aber nach wie vor auf meinem alten Wohnsitz.

    Dazu die Frage … Hätte ich dies überhaupt machen dürfen ? Es war nichts wirklich Tolles bei den Gegenständen, die ich entsorgt habe. Ich wollte aber nicht aus meinem Haus „getreten“ werden und dann das ganze Zeug am Hals haben. Was wird wohl der Gerichtsvollzieher sagen und / oder der Treuhänder ?

    Ahh, doch noch einen Punkt. Das Haus ist nun fast leer … noch ein wenig Kruscht, verpackt zum Abtransport auf die Deponie. Nun würden sich eventuell Mieter finden. Allerdings nicht für 800,-- sondern für 600,-- Euro. Dies entscheidet sich die nächsten Tage.

    Dazu die Frage … Soll oder kann ich vermieten ? Und wenn ja, was geschieht mit den Mietern falls die Bank die Zwangsversteigerung möchte ? Ich hätte da ein mieses Gefühl, jemanden zu einem Umzug, plus Renovierung zu bewegen und er hätte nicht lange Freude daran.

    Abschließend der letzte Stand der Dinge. Ich habe gestern an die drei Banken geschrieben und meine Zahlungsunfähigkeit erklärt. Die Würfel sind gefallen …

    Gruß …. Schlaflos in Hessen, der mit seinen Mitte 40 echt keine Lust mehr auf’s Leben hat. (verz. für die lange Ausführung. Ach und Rechtschreibfehler einfach ignorieren … bin nicht sooo die Leuchte darin)

  2. #2
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    Erst einmal Wilkommen hier.
    Du hast einen schmerzlichen Verlust erlitten- mein Beileid.
    Aber ich denke, du bist auf dem richtigen Weg deine zumindest finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen.
    Leider bin ich auch erst neu hier und keine Leuchte auf dem Gebiet.
    es werden sich jede Menge "wissende" menschen melden- hoffe ich mal.

    Ich wollte dir nur viel Kraft wünschen- irgendwann ist auch wieder Licht am Ende des Tunnels.

    Grüße vom boesenengel

  3. #3
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    Lächeln Hallo hier

    Hallo,

    auch hier sehr willkommen in diesem Forum.

    Wichtig ist bei allem mal alles zusammen zu haben, alles nach Vorgänge gut abgeheftet, also nicht hier findet sich noch was und da findet sich noch was.

    Dann ne komplette Aufstellung zu machen, nat. für dich zum Überblick.

    Laufende monatliche Kosten sollen unbedingt zuerst gezahlt werden. Strom, Miete, usw.

    Wer unterschrieben hat, der zahlt, so viel weiß ich auch noch dazu.

    Schööönes wOE dennoch Glück

    Auch der längste Weg endet am Ende des Tunnels

  4. #4
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    Hallo Du,
    herzlich willkommen im Forum und Herzliches Beileid zum Verlust Deiner Frau.

    Hast du bei einer der finanzierenden Banken dein Konto?

    Wenn ja, dann solltest du dir schnellstmöglich bei einer anderen Bank ein Guthabenkonto zulegen, z.B. Deutsche Bank, Norisbank, Commerzbank.
    Teile deinem Arbeitgeber umgehend die neue Bankverbindung mit.

    Wie hoch ist dein Einkommen alleine? Was zahlst du momentan noch?

    Wohin soll der Weg gehen, Inso? Oder hast du irgendwelche Rücklagen, die einen Vergleich ermöglichen würden?

    Der Weg zur Schuldnerberatung ist auf jeden Fall schon mal absolut richtig.
    Geändert von Touhy (12.03.2010 um 15:14 Uhr)

  5. #5
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    Prüfe auch einmal, ob du tatsächlich für sämtliche Schulden mithaftest.

    Sind Schulden dabei, die nur deiner Frau "gehörten", dann dürftest du diese geerbt haben (Gibt es ein Testament?).

    Auch wenn die Frist zur Erbausschlagung bereits abgelaufen ist, kannst du den Gläubigern die sogenannte Dürftigkeitseinrede entgegenhalten, sprich: der Nachlass ist überschuldet.

    Gruß advocaat

  6. #6
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    Standard herzlich willkommen in Forum

    und mein Beileid.
    bin kein Finanzexperte.
    Ich denke aber das es super toll !!!! wie Du die Sachen anpackst , trotz Schmerz.
    Alles hat einen Sinn im Leben, auch die Schmerzvollen.
    Wenn man Die hinter sich hat und bewusst durchgelebt,
    kommt man stärker raus .
    Besser vorbereitet für die nächste Stufe.
    Alles Gute und viel Kraft

  7. #7
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    Hol dir auf jeden Fall Hilfe für dich selbst. Du packst zwar die Sachen an, aber ich meine jetzt eher die persönliche Schiene. Geh zu einem Psychotherapeuten und lass dir helfen. Trauer ist ein langer Prozess und Begleitung ist dabei ganz wichtig.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Schlaflos_in_Hessen Beitrag anzeigen
    Also reagierte ich nicht und zahlte meine Verpflichtungen weiter. Nun wurde diesen Monat (März) die Zahlung eingestellt. Es war wohl ein „derber“ Abrechnungsfehler. Ich denke, sie wollen nun bestimmt das Geld wiederhaben. Schriftverkehr in der Richtung steht noch aus.

    Dazu die Frage … In wie weit bin ich hier Schuld ? Müssen die sich jetzt in die Reihe meiner Gläubiger einreihen ? Können sie mich wegen irgendeiner Straftat langen ? Ich habe aus meiner Sicht aus gutem Glauben die Annahme des Geldes nicht verweigert.
    Wenn es ein Abrechnungsfehler war, könnten sie das Geld nur aus dem Gesichtspunkt der ungerechtfertigten Bereicherung zurückverlangen, das aber auch nur unter dem Vorbehalt, dass nur die üblichen Ausgaben von dem zu Unrecht erhaltenen Geld bestritten wurde. Wenn man wegen des unerwarteten Geldsegens zusätzliche Ausgaben getätigt hat und nicht sehen konnte, dass die Zahlung ein Irrtum war, muss man es noch nicht einmal zurückzahlen, weil sonst z. B. Leute, die sich Zahlendreher bei Kontonummern leisten, die Empfänger in Liquiditätsschwierigkeiten bringen könnten.

    Aber diese Frage muss hier nicht geklärt werden, wenn eine Verbraucherinsolvenz ansteht. Dann muss der ehemalige Arbeitgeber sich eben in die Reihe der Gläubiger stellen.

    Etwas wäre nur der Fall, wenn die Annahme des Geldes eine Straftat bzw. in zivilrechtlicher Terminologie eine "vorsätzliche sittenwidrige Schädigung" gewesen wäre. Wenn die Forderung so in die Insolvenztabelle aufgenommen würde, würde sie nach dem Ende der Wohlverhaltensphase und der Restschuldbefreiung von den anderen Schulden im vollen Umfang wieder aufleben.

    Aber dazu ist normalerweise eine strafrechtliche Verurteilung nötig, in diesem Fall etwa wegen Unterschlagung. Das gibt der Sachverhalt aber beim besten Willen nicht her, der Vorsatz ist nicht beweisbar. Das wird kein Staatsanwalt anklagen, selbst wenn Anzeige erstattet würde.

  9. #9
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    keine Edit - Funktion....

    Etwas anderes wäre nur der Fall....

    ... sollte der Anfang des vorletzten Absatzes beginnen....

  10. #10
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    Zitat Zitat von GG146 Beitrag anzeigen
    keine Edit - Funktion....

    Etwas anderes wäre nur der Fall....

    ... sollte der Anfang des vorletzten Absatzes beginnen....
    Klar gibs die.Aber nur die ersten 5 min.
    Gehasst
    Verdammt
    Vergöttert

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