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Thema: ​ Forderungsüberprüfung

Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Standard ​ Forderungsüberprüfung

    Hallo,

    ich habe kurz das Stichwort eingegeben, da hatte ich keinen direkten Treffer erhalten. Ich hoffe, es ist in Ordnung ein neues Thema dazu zu eröffnen. Hier sollen verschiedene Aspekte besprochen werden.

    ​1. Telekoounikationsvertrag Schadensersatzskürzung
    Mir waren bisher verschiedene Amtsgerichtsentscheidungen bekannt, die eine Kürzung des Schadensersatzes​ vorsahen, wie AG Tempelhof-Kreuzberg, Urbach, Stuttgart, Bremen. Diese Entscheidungen habe ich zum Beispiel gegenüber einen Widerspruch zum Mahnbescheid oder gegenüber Inkasso/RA genutzt.

    RA Haas kommt jetzt mit Ggeenargumenten, von Landgerichtsentscheidungen, wie LG Berlin 19 O 429/11, LG Arnsberg I-3 S 108/12 oder auch AG Tempelhof-Kreuzberg 21 C 94/12.

    Wie argumentiert ihr? Macht ihr Widersprüche gegen Mahnbescheide?

    Zweites Thema: Konzerninternes Inkasso
    Bei welchen Inkassos dürfte man Inkassogebühren bestreiten? Habe gehört, zum Beispiel bei EOS DID wenn es um Otto Forderungen geht.
    Wie ist es bei Bad Homburger Inkasso für die Sparkassen? Universum Inkasso für Neckermann? SEPA für InterCard? UGV für FKH?

    3. Forderungsaufstellung in Teilsummen
    Besonders infoscore und RAe Haas schicken immer mehr Ausstellungen zu, aus dem die Teilsummen für die Hauptforderung, Zinsen und Kosten nicht ersichtlich sind. Damit ist es aus meiner Sicht zeitaufwendiger. Wie geht ihr vor, um eine Forderungsaufstellung mit Teilsummen zu bekommen?

    Freue mich auf hilfreiche Tipps.

  2. #2
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    4. Bonitätsauskunftskosten
    infoscore schreibt, dass diese nach § 28 BDSG rechtsmäßig wären. Stimmt dies?

  3. #3
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    Ich bin mir ziemlich sicher, dass Bonitätsauskunftskosten auch nicht gegen Art. 38 I lit a, b, c IGH Statut vom 26. Juni 1945 verstoßen, aber das macht sie noch lange nicht zu notwendigen Kosten der Zwangsvollstreckung und nur diese muss der Schuldner erstatten!

    Ansonsten empfehle ich für die weitere Diskussion den intern-Bereich.


    cam
    " Das Problem, wie das alles auseinanderzusortieren sei, ist durch die Erfindung des verzögerungsfreien Herumschreiens per Internet nicht wirklich einfacher geworden." (Thomas Fischer)

  4. #4
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    [QUOTE=figano;718775]Hallo,

    ich habe kurz das Stichwort eingegeben, da hatte ich keinen direkten Treffer erhalten. Ich hoffe, es ist in Ordnung ein neues Thema dazu zu eröffnen. Hier sollen verschiedene Aspekte besprochen werden.

    ​1. Telekoounikationsvertrag Schadensersatzskürzung
    Mir waren bisher verschiedene Amtsgerichtsentscheidungen bekannt, die eine Kürzung des Schadensersatzes​ vorsahen, wie AG Tempelhof-Kreuzberg, Urbach, Stuttgart, Bremen. Diese Entscheidungen habe ich zum Beispiel gegenüber einen Widerspruch zum Mahnbescheid oder gegenüber Inkasso/RA genutzt.

    RA Haas kommt jetzt mit Ggeenargumenten, von Landgerichtsentscheidungen, wie LG Berlin 19 O 429/11, LG Arnsberg I-3 S 108/12 oder auch AG Tempelhof-Kreuzberg 21 C 94/12.
    QUOTE]

    Das nennt man dann wohl kreatives zitieren:

    LG Arnsberg I-3 S 108/12 und AG Tempelhof-Kreuzberg 21 C 94/12 finde ich bei Beck nicht, dafür eine ganze Reihe von Entscheidungen des AG Tempelhof-Kreuzberg, die die h.M. (Kürzung von 50% bei Flatrates) stützen. Eine Entscheidung kommentiert auch das LG Urteil:

    "Nicht überzeugend ist die von der Klägerin vorgelegte unveröffentlichte Entscheidung des Einzelrichters des Landgerichts Berlin zum Az. 19 O 429/11 vom 13.12.2012. Ohne nähere Begründung übernimmt das Gericht den Vortrag der dort klagenden Telefonanbieterin, wonach bei Wegfall des Vertrages keine Ersparnisse bei der Wartung oder Netzkapazitäten einträten. Dabei lässt die Entscheidung nicht erkennen, ob es sich bei den streitgegenständlichen Verträgen um Allnetflats oder gar Festnetzverträge handelte, sodass Feststellungen zu den Terminierungsentgelten nicht möglich sind. Auch eine Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Produktpreisen bei verschiedenen Flats fehlt.Dasselbe gilt für den Beschluss des LG Cottbus vom 19.2.2014 (1 S 143/13) und das Urteil des AG Recklinghausen vom 6.8.2014 (Az. 51 C 159/14)." aus AG Tempelhof - Kreuzberg 23 C 120/14

    ...aber man kann es ja mal probieren.....

    cam
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  5. #5
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    "..aber man kann es ja mal probieren...."
    Das geht übrigens in beide Richtungen! Will sagen: nicht nur der Gläubiger kann "selektiv" argumentieren, sondern auch der Schuldner. (Das muss ja nicht ins Unseriöse abgleiten.)

    Daher lautet m.E die Frage nicht, wie oben im Eingangspost "Bei welchen Inkassos dürfte man Inkassogebühren bestreiten?"
    Dürfen darf man so ziemlich alles! Natürlich "darf" man bestreiten.
    Die Fragen sind andere: wie hoch ist die Erfolgschance und vor allem - hält der Klient das Bestreiten durch, wenn er dann böse Briefe erhält?

    - Erfolgschance: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand. Selbst, wenn es dazu eine klare Rechtsprechung geben würde, wird sich ein Richter finden, der anders entscheidet, zumal bei Werten ohne Berufungsmöglichkeit. Wer Sicherheit sucht, hat schon verloren.
    - Wichtiger: wie viel Kraft hat der Klient (und der Berater), dass im Zweifel "durchzuziehen"? Das Paradoxe ist ja, das viele Ratsuchende soooo überschuldet sind, dass der schlimmste Fall (-> ein verlorener Prozess) finanziell wohl gar nicht so dramatisch wäre, auf diesen weiteren Betrag kommt es auch nicht mehr an. Aber die Nerven liegen blank.... Das ist leider das, womit m.E. die Inkassobranche spielt. Und das, wo die Beratung gegensteuern sollte. Die Rechtsprechung ist dann schon eher Nebensache.

    In diesem Sinne auch zu "Macht ihr Widersprüche gegen Mahnbescheide?"
    Leider viel zu wenige. Aber wenn, dann habe ich mit einer Ausnahme noch nie erlebt, dass der Gläubiger ein streitiges Verfahren beantragt hat!

    Woody

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